Chemikalien aus Biomasse: Effizientes Anzapfen alternativer Kohlenstoffquellen?

Im Zuge von Nachhaltigkeitsinitiativen richtet sich auch in der Chemie der Blick verstärkt auf den Einsatz nicht-endlicher Rohstoffe. Ein Kriterien-Baukasten soll Hilfestellung geben.

Eine grüne Erde mit Pfeilen.
Der Einsatz nicht-endlicher Rohstoffe rückt verstärkt in den Blick der Chemie. Bildquelle: geralt - Pixabay. (Symbolbild) -

Chemikalien nicht aus Erdöl, sondern aus Biomasse und anderen erneuerbaren Kohlenstoffquellen herzustellen gilt als eine der großen Herausforderungen einer biobasierten Wirtschaft. Doch: Ist es sinnvoll, die Produktion auf nachhaltige Ressourcen umzustellen?

Diese Frage soll ein Kriterien-Baukasten beantworten, den das nova-Institut für politische und ökologische Innovation GmbH, die DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e. V. und die Leuphana Universität Lüneburg entwickeln. Gefördert werden sie dabei vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Nicht-endliche Rohstoffe verstärkt im Blick der Chemie

Der Einsatz nicht-endlicher Rohstoffe rückt verstärkt in den Blick der Chemie. In der Regel ist es jedoch alles andere als trivial, etablierte chemische Prozesse von traditionellen Ressourcen auf erneuerbare umzustellen, fußt doch der sogenannte Stammbaum der organischen Chemie auch heute noch im Wesentlichen auf Erdöl und Kohle. Allerdings existieren eine Reihe von Schnittstellen, an denen erneuerbare Kohlenstoffquellen aus Biomasse, CO2 u. a. ins Spiel bzw. in die Synthese eingreifen können.

Um erneuerbaren Kohlenstoff für die betreffenden Prozesse und Stoffströme zugänglich zu machen, entwerfen die beteiligten Forscher im Projekt EvaChem einen einfach zu handhabenden Algorithmus, der die Prozesse hinter der Chemikalienproduktion analysiert und untersucht, für welche Zielmoleküle und Zwischenstufen der Umstieg auf alternative Quellen sinnvoll bewerkstelligt werden kann.

Chemikalienproduktion mit überschaubarem Aufwand evaluieren

Hierfür fehlt es momentan an einfach nutzbaren Werkzeugen, was Innovationen in den Unternehmen hemmt und entsprechende strategische Investitionsentscheidungen erschwert. Der als Multi-Kriterien-System funktionierende Werkzeugkasten soll es insbesondere klein- und mittelständischen Unternehmen erlauben, ihre Chemikalienproduktion eigenständig und mit überschaubarem Aufwand zu evaluieren und daraus strategische Entscheidungen abzuleiten.

Weitere Informationen auf der Website der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe.

Bildquelle: Pixabay.

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